Die globale Erwärmung beeinflusst die weltweite Kaffeeproduktion in erheblichem Maße. Der Anstieg der Temperaturen, die zunehmende Niederschlagsvariabilität sowie die häufigere Auftretung extremer Wetterereignisse stellen heute eine ernsthafte Bedrohung für eine der wirtschaftlich und sozial bedeutendsten Kulturpflanzen dar.
Von der „Kaffeegürtel“-Region zu neuen Anbauzonen?
Kaffee wird üblicherweise im sogenannten „Kaffeegürtel“ angebaut – einer imaginären Linie rund um die Erde zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Wendekreis des Steinbocks, wo das Klima ideal für das Wachstum der Kaffeepflanzen ist.
Doch durch den Klimawandel schrumpft die Zahl der Regionen mit geeigneter Temperatur und Höhenlage zunehmend: Laut dem Climate Institute könnten sich die für den Kaffeeanbau geeigneten Flächen bis 2050 um 50 % verringern, wodurch Landwirte gezwungen wären, in Gebiete auszuweichen, die bisher anderen Nutzungen vorbehalten sind.
Eine Problematik mit vielen Facetten.
Der Rückgang der Produktivität, die Zunahme von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten, steigende Produktionskosten sowie die Verringerung der Anbauflächen durch Bodenerosion und Entwaldung gehören zu den wichtigsten Folgen, die die weltweite Kaffeeproduktion bedrohen. Was passiert also genau?
- Höhere Temperaturen beeinträchtigen sowohl Qualität als auch Ertrag der Kaffeepflanzen: Bei Temperaturen über 23 °C geraten die Pflanzen in Hitzestress, was sich negativ auf die Entwicklung der Früchte und die Qualität der Bohnen auswirkt. Auch die Robusta-Varietät, die zwar widerstandsfähiger gegenüber Hitze ist, kann unter Wasserstress leiden und Ertragseinbußen bei extremer Wärme verzeichnen.
- Die Niederschläge konzentrieren sich nicht mehr stabil auf die Wintermonate bis August, sondern werden auch während der Erntezeiten unregelmäßig und extrem – mit negativen Folgen, insbesondere in Regionen mit ohnehin fragiler Infrastruktur. Längere Dürreperioden können zudem die Blüte der Pflanze reduzieren und damit die Produktion senken. Umgekehrt erhöhen zu starke Regenfälle das Risiko von Pilzkrankheiten wie Hemileia vastatrix, auch bekannt als Kaffeerost, der insbesondere in Lateinamerika erhebliche Schäden an Plantagen verursacht.
- Der Klimawandel hat auch erhebliche soziale Auswirkungen: Die Arbeit wird anstrengender und teurer, und Produzenten sind gezwungen, den Anbau in höhere Lagen zu verlegen – doch nicht alle Länder verfügen über geeignete Bergregionen. Die Verringerung der Anbauflächen führt zu einer tiefgreifenden Veränderung landwirtschaftlicher Strukturen, wodurch Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet sind.
Wie kann man diesen Veränderungen begegnen?
Es braucht gezielte Maßnahmen, die das Bewusstsein stärken und die Fähigkeit erhöhen, auf die Bedrohung durch den Klimawandel zu reagieren. Produzenten und Forschende selektieren zunehmend Kaffeepflanzen, die widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Krankheiten sind. Darüber hinaus investieren viele Landwirte in effizientere Bewässerungssysteme und in Bodenmanagement-Techniken, die die Resilienz der Plantagen verbessern. Schließlich sind Schulungs- und Unterstützungsprogramme für die Landwirte essenziell, da der Großteil der weltweiten Kaffeeproduktion von kleinen Betrieben stammt, die oft nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, um sich eigenständig anzupassen.
Kann Bio-Anbau die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren?
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kaffeeproduktion sind ein komplexes Problem, das Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen erfordert – von der lokalen Anpassung in den Anbaugebieten bis hin zu globalen Politiken zur Emissionsreduktion. Auch der biologische Anbau kann eine Rolle spielen, da er im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft bis zu 50 % weniger Emissionen verursacht. Bio-Kaffee, der ohne den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln angebaut wird, trägt dazu bei, die Verschmutzung von Boden und Wasserressourcen zu reduzieren, fördert die Diversifizierung der Kulturen und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Plantagen gegenüber klimatischen Veränderungen.
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