Von der „Cuccumella“ zur Moka war es ein intuitiver Schritt.
Es war 1933, als Signor Arturo Bialetti seine Frau beim Waschen beobachtete – in der damaligen Waschmaschine, einer „Lisciveuse“, einem Metallbehälter mit zentralem Rohr, der von unten erhitzt wurde, sodass heißes Wasser die Wäsche gleichmäßig mit Lauge durchspülte. Daraus entstand der erste Moka-Prototyp.
Seitdem hat sich die Moka ihren Weg in die Haushalte gebahnt und ist dort zu einer festen Begleiterin geworden. Vielleicht deshalb ist jeder Italiener überzeugt, sie perfekt bedienen zu können. Doch Perfektion gibt es nicht – und gerade das macht das Lernen interessant.
Viele überlieferte „Familienregeln“ zur perfekten Zubereitung werden heute zunehmend hinterfragt. Eine davon ist das berühmte „Montagnetta“ – das kleine Kaffeekügelchen über dem Filterrand.
Für eine klare Antwort haben wir den Experten befragt: Andrea Sguazzin, Q-Grader und SCA-Trainer der Sapere Coffee Academy. Seine Reaktion war eindeutig:
„Montagnetta?! Die Montagnetta? NEIN!“
Warum kein Häufchen?
Wenn wir es technisch betrachten, sollte die Moka sogar abgewogen werden, um die richtige Kaffeemenge zu bestimmen und Unter- oder Überextraktion zu vermeiden.
Neben der „Montagnetta“ gibt es noch die Frage: pressen oder nicht pressen?
Viele drücken den Kaffee stark in den Filter – das sollte man vermeiden. Dadurch entstehen im Wasser nur einzelne Kanäle (Channeling), anstatt die gesamte Kaffeemenge gleichmäßig zu extrahieren. Ideal ist es, den Kaffee einzufüllen und gleichmäßig zu verteilen, höchstens leicht auf die Arbeitsfläche zu klopfen.
Richtige Dosierung
Für eine klassische 3-Tassen-Moka gilt:
- 150 ml Wasser (bis knapp unter das Ventil)
- 15 g Kaffeepulver
Das optimale Verhältnis ist 1:10 (Kaffee zu Wasser).
Bei anderen Größen bleibt dieses Verhältnis der Referenzpunkt.
Der Filter sollte gleichmäßig gefüllt, aber nicht überladen sein. Keine Häufchen, kein Pressen.
Röstung und Geschmack
Für die Wahl der Mischung gilt:
- helle Röstung → säuerlich, leicht
- dunkle Röstung → bitter, kräftig, vollmundig
Empfohlen wird eine mittlere Röstung, um eine Überextraktion und verbrannte Noten zu vermeiden, da die Moka tendenziell eher intensive Extraktionen erzeugt.
Auch Wasserqualität und Zubereitung spielen eine entscheidende Rolle – ein eigenes Kapitel für sich.
Die Mischungen der Manuel Caffè Linea Casa begleiten diese Zubereitung optimal.
Und jetzt: guten Kaffee!







