Kunst und Kaffee gehen Hand in Hand: nicht nur beim Genießen, sondern auch bei seiner kreativen Verwendung. Und wie bei jeder Kunstform erfordert auch die Arbeit mit Kaffee Wissen – über den Rohstoff, die Techniken und die Werkzeuge, mit denen Talent und Ausdruckskraft sichtbar werden. Das gilt auch für das Coffee Painting, das Malen mit Kaffee.
In den Anfängen der Malerei, lange bevor künstliche Farben entwickelt wurden, stammten Pigmente aus natürlichen Quellen. Tee und Kaffee gehörten dabei zu den am häufigsten verwendeten Substanzen. Heute erlebt das Natürliche eine Renaissance – auch im kreativen Bereich. Kaffee wird zum Färben von Holz und Stoffen eingesetzt und dient sogar als Malfarbe.
Die Farbpalette des Kaffees reicht von Haselnussbraun bis zu tiefem Dunkelbraun und ermöglicht eindrucksvolle monochrome Kunstwerke.
Es gibt zwei Haupttechniken: Die eine verwendet aufgebrühten Kaffee wie Aquarellfarbe, die andere nutzt Kaffeesatz als künstlerisches Medium.
Hier einige Tipps für alle, die es selbst ausprobieren möchten.
Bevor du beginnst, solltest du alle notwendigen Materialien bereitlegen: Kaffee, einen weichen Bleistift, Zeitungen zum Abdecken der Arbeitsfläche, Küchenpapier zum Aufsaugen überschüssiger Flüssigkeit, mindestens drei leere Tassen oder kleine Behälter, Pinsel in verschiedenen Größen sowie Aquarellpapier.
Breite die Zeitungen auf deiner Arbeitsfläche aus und lege das Papier darauf, auf dem du malen möchtest. Fülle eine Tasse mit Wasser und halte sie bereit. Mische verschiedene Farbtöne, indem du kleine Mengen Kaffee in separate Behälter gibst und mit unterschiedlich viel Wasser verdünnst. Mehr Kaffee ergibt dunklere Farbtöne, mehr Wasser hellere Nuancen.
Gestalte zunächst den Hintergrund, indem du das Papier mit einer sehr hellen Kaffeemischung anfeuchtest. Gib anschließend nach und nach weitere Kaffeetropfen hinzu, bis die gewünschte Struktur entsteht. Danach alles gut trocknen lassen.
Zeichne anschließend die Umrisse deines Motivs leicht mit dem Bleistift vor und beginne mit dem Malen. Arbeite dabei in Schichten: Trage Lage für Lage auf, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Besonders wichtig ist, jede Schicht vollständig trocknen zu lassen, bevor die nächste aufgetragen wird.
Wenn dein Werk fertig ist und dir gefällt, solltest du mindestens 24 Stunden warten, bevor du es einrahmst.
In der Zwischenzeit kannst du dich von einigen bekannten Künstlern des Coffee Paintings inspirieren lassen.
Michael Aaron Williams
Der aus Ost-Tennessee stammende Künstler Michael Aaron Williams ist für seine Street-Art-Projekte bekannt, die in den urbanen Räumen von 15 Ländern weltweit installiert wurden. Darüber hinaus hat er sich mit seinen faszinierenden Kaffee-Gemälden auf historischem Papier einen Namen gemacht. Er verwendet alte Registerblätter aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und gestaltet seine Werke ausschließlich mit Pinsel, Kaffee und etwas Tinte für zusätzliche Leuchtkraft.
Giulia Bernardelli
Die italienische Künstlerin Giulia Bernardelli, besser bekannt als Bernulia, verwandelt Kaffee in beeindruckende Kunstwerke, die Tausende Menschen im Internet begeistern. Ihre Arbeiten sind jedoch vergänglich: Sie existieren meist nur für die Dauer eines Fotos. Danach werden sie gegessen, entfernt oder verändert und bleiben lediglich als fotografische Erinnerung erhalten.
Ghidaq al-Nizar
Der indonesische Künstler Ghidaq al-Nizar verfolgt einen besonders innovativen Ansatz. Er malt mit Kaffee auf Blättern und integriert Kaffeesatz in seine Kompositionen. Seine Kunst bezeichnet er als #zerowastecoffee, da er häufig die Reste seines morgendlichen Kaffees verwendet und darauf achtet, dass nichts verschwendet wird – nicht einmal der Kaffeesatz. Darüber hinaus schafft er auch Kunstwerke mit Milchschaum, die auf seinen sozialen Kanälen zu sehen sind.
Für die wichtigste Zutat gilt wie immer: guter Kaffee.
Viel Spaß beim Experimentieren – und beim Malen mit Kaffee! ☕🎨








