Es ist unbestreitbar, dass es unter Kaffeeliebhabern zwei Lager gibt: die #mokalovers und die #espressolovers. Wenn du zur zweiten Kategorie gehörst und davon träumst, zu Hause einen Kaffee wie an der Bar zu trinken – nur per Knopfdruck und ohne Aufwand –, dann ist ein Kaffee-Vollautomat die richtige Wahl für dich.
Für alle, die noch nicht wissen, worum es geht, hier eine kurze Erklärung: Was ist ein Kaffee-Vollautomat?
Die „Superautomatik“- oder „Bean-to-Cup“-Kaffeemaschine ist ein kompaktes All-in-One-Gerät, das Kaffeebohnen mahlt und das Getränk direkt durch einfaches Drücken eines Knopfes extrahiert.
Heute gibt es viele Varianten auf dem Markt: von einfachen Geräten, die ohne viele Einstellungsmöglichkeiten einen Standardkaffee zubereiten, bis hin zu hoch technologischen Maschinen, die zahlreiche Parameter verändern lassen und sogar per App gesteuert werden können.
Die Qualität ist insgesamt hoch und der Kaffee zweifellos frisch – dennoch gibt es immer etwas mehr zu wissen. Deshalb haben wir einige Fragen an Mauro De Giusti, Inhaber der Kaffeerösterrei Manuel Caffè, gestellt.
Können diese Maschinen wirklich einen Espresso wie an der Bar reproduzieren?
„Nein, und ich erkläre warum. Der Espresso an der Bar bleibt der Espresso an der Bar, weil professionelle Siebträgermaschinen mit anderen Druck- und Temperaturparametern arbeiten. Persönlich denke ich jedoch, dass man mit einem hochwertigen Vollautomat – also einer Maschine, die Temperatur, Grammatur usw. einstellen lässt – und natürlich mit einer hochwertigen Rohware ein Getränk erhalten kann, das unserem geliebten Espresso sehr ähnlich ist.
Der große, nicht zu unterschätzende Vorteil dieser Maschinen ist die Nachhaltigkeit, da sie eine gute Alternative zu Kapseln darstellen und frischen Kaffee verwenden.“
Bringt die Verwendung von Bohnen mehr Aroma als gemahlener Kaffee?
„Definitiv ist frisch gemahlener Bohnenkaffee nicht mit vorgemahlenem Kaffee vergleichbar, da Kaffee nach etwa 15 Minuten nach dem Mahlen mehr als 60 % seiner Aromen verliert. Deshalb ist der Rat klar: Bohnenkaffee, frisch gemahlen und in der richtigen Dosierung!“
Wie lagert man Kaffeebohnen am besten?
„Die Lagerung von Bohnen ist einfacher als bei gemahlenem Kaffee, da ganze Bohnen langsamer oxidieren und sich weniger schnell verschlechtern. Ich würde empfehlen, sie in einem luftdichten Glasbehälter im Kühlschrank aufzubewahren.
Die kühle Temperatur verlangsamt den Entgasungsprozess – also die Freisetzung von Kohlendioxid aus den Zellstrukturen der Bohne – und damit auch die sensorische Verschlechterung. Nach dem Rösten sind die Zellstrukturen der Bohne voller Gase und Aromen: Je mehr Gas wir in der Bohne halten können, desto voller bleiben ihre organoleptischen Eigenschaften bis zum Zeitpunkt des Mahlens. Dieses Thema wird im Kurs Barista Skills der @saperecoffeeacademy im Detail behandelt.“
Welcher Manuel-Kaffee wird empfohlen?
„Es gibt meiner Meinung nach keine ideale Kaffeemischung für den Vollautomaten, die Moka oder den Espresso im rein organoleptischen Sinn. Entscheidend ist vielmehr der Röstprozess, der je nach Extraktionsmethode unterschiedliche Eigenschaften erfordert.
Bei Manuel Caffè haben wir nach Marktanalysen und Konsumententrends zwei Mischungen für Vollautomaten entwickelt: Nobile und Puro, mit unterschiedlichen Arabica- und Robusta-Anteilen, in Bohnen geröstet und mit hoher aromatischer Qualität.
Nobile ist ein körperreicher Kaffee mit intensivem Aroma und Noten von Kakao und Nüssen sowie einem weichen Abgang am Gaumen. Puro hat ein stärkeres Profil für Liebhaber kräftiger Geschmäcker mit Noten von Karamell, Kakao und Gewürzen.“
Und die Zukunft: eine Manuel Caffè Vollautomat?
„Wir sind eine Familie, die gerne nach vorne blickt und auf Tradition aufbaut – wir könnten uns als ‚Innovatoren aus Familientradition‘ definieren. Daher kann ich nur sagen, dass wir daran arbeiten. Es ist ein fortgeschrittenes Projekt und wir sind zuversichtlich, dass es bald Realität wird.“






